Ausmisten

Am vergangenen Sonntag war in der katholischen Leseordnung von einer „engen Tür“ die Rede. Im Lukasevangelium (Lk 13,22-30) wird Jesus von einem seiner Jünger gefragt, ob nur wenige gerettet werden. Daraufhin antwortet Jesus: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“

Nicht umsonst wird bei Veranstaltungen darauf geachtet, dass es genügend und vor allem breite Notausgänge gibt. Wenn diese fehlen, kann es bei einer Panik schnell zu einem Unglück kommen. Ich habe gerade die schrecklichen Bilder aus dem Jahr 2010 vor Augen, als es zu vielen Toten bei der Love Parade in Düsseldorf kam.

Und doch soll zum Reich Gottes eine enge Türe stehen? In Anbetracht der vielen Kirchenaustritte und der Abkehr vom Glauben braucht es vielleicht auch wirklich keine größere Tür.

Aber Jesus wollte sicherlich etwas anderes zu uns sagen:

Es ist nicht einfach, den Geboten Gottes zu folgen. Schnell ist man vom Weg abgekommen oder wir legen uns selbst Steine in den Weg und versperren uns den Eingang zum Reich Gottes.

Eine Möglichkeit, wieder Freiraum zu schaffen, kann sein Altes und Belastendes abzuwerfen und Neues zu wagen. Das ist nicht einfach. Ich kenne das selbst. Es fällt uns schwer, uns von liebgewonnenen Sachen zu trennen. Als ich vor gut drei Jahren hier her ins Remstal umgezogen bin, sind auch viele Dinge mitumgezogen, von denen ich mich nicht trennen konnte, die aber heute noch ungenutzt in einer Kiste liegen.

Haben Sie etwas mehr Mut als ich und werfen Sie weg, was Sie nicht mehr brauchen.
Oder wie Jesus gesagt hat: Bemühen Sie sich mit allen Kräften. Denn es kann befreiend sein und die Tür zum Reich Gottes weiten.

Viel Spaß beim Ausmisten

Ihr Frank Schien, Gemeindereferent