Frauen.Männer.Macht.Kirche.Erneuerung

„Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt“, singen wir in einem Lied.

Es regt sich Widerstand in der katholischen Kirche. Das ist prinzipiell nichts Neues. Neu ist die Wucht, mit der nicht nur, aber vor allem Frauen Veränderungen einfordern. Nach dem Missbrauchsskandal stellen sich verstärkt Fragen nach der Struktur und damit der Machtverteilung. Massiv kritisiert werden nicht nur von Frauen die Aufrechterhaltung des Pflichtzölibats für Diözesanpriester sowie der Ausschluss von Frauen von allen Weiheämtern.

Frauen im Gefolge Jesu. Das wird von uns oft nicht wahrgenommen. Wir sehen Jesus meist nur von den zwölf Jüngern umgeben, und nicht diesen bunten Haufen von Frauen und Männern. Frauen im Gefolge Jesu, Frauen als seine Gesprächspartnerinnen, Frauen als seine Sponsoren, die ihm mit ihrer Habe dienen. (vgl.LK8,1-3). Und wenn man in die Apostelgeschichte schaut, finden wir unter den Gemeindeleitern und Diakonen etliche Frauen.

Es ist eigentlich schade, dass wir in der Kirche uns in der Frauenfrage weniger an Jesus orientieren, sondern uns erst bewegen, wenn der allgemeine gesellschaftliche Druck groß wird. Jetzt ist die Zeit, dass wir umdenken.

Ob es tatsächlich Reformbereitschaft gibt, wird sich am so genannten „Synodalen Weg“ zeigen, den die Deutsche Bischofskonferenz auf ihrer Vollversammlung im Frühjahr 2019 beschlossen hat und der am 1. Advent 2019 beginnen soll.

Zur Vorbereitung wurden zunächst drei Foren eingerichtet: das Forum “Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“ wird von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) verantwortet, das Forum „Sexualmoral“ von Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg) und das Forum „Priesterliche Lebensform“ von Bischof Dr. Felix Genn (Münster).

Mit Beschluss des Ständigen Rates vom 25. Juni 2019 ist ein viertes Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ hinzugekommen, für das Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) zuständig sein wird.

Rom will den „synodalen Weg“ der katholischen Kirche in Deutschland nicht, jedenfalls nicht wie ursprünglich vorgesehen. Jetzt wird im Hin und Her versucht, vermeintliche Missverständnisse zu entkräften und weitreichend Geplantes zurückzunehmen. Dabei kann es realistisch gesehen nur eine große Lösung geben. Wir brauchen pfingstlichen Mut, um zu prüfen, wie „der Heilige Geist und wir“(vgl. Apg.15,28) die Verfassung der Kirche im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils unter Berücksichtigung der Zeichen der Zeit in der Freiheit des Geistes fortschreiben wollen.

Beten wir um die Kraft des Heiligen Geistes,

damit es nicht mehr heißt:

Männer.Macht.Kirche

Frauen.macht. Kirche

sondern:

Frauen.Männer.Macht.Kirche.Erneuerung

Machen wir uns gemeinsam auf den synodalen Weg zur Erneuerung unserer Kirche!

Dies wünscht sich

Ihr Diakon Bernd-Günter Barwitzki,ofs